Sommer-Ausgabe 2018 des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ erschienen

Liebe Leserinnen und Leser,

als Zeitschrift, die für Befreiung und Emanzipation eintritt, liegt unser Augenmerk nicht nur auf Rumänien. Das spiegelt sich in der vorliegenden Ausgabe wider. Aus Bulgarien wird von den Protesten gegen den alljährlichen Lukov-Marsch der Faschisten und Nationalisten berichtet. Deutlich sichtbar gehörten anarchistische Kräfte aus Bulgarien und den Nachbarländern zu denjenigen, die den Faschisten entgegen traten und für die Selbstbestimmung der Menschen in allen Lebensbereichen demonstrierten. Traurige Nachrichten müssen wir aus Rojava vermelden. Die dort im Aufbau befindliche neue fortschrittliche und basis-demokratisch organisierte Gesellschaft wurde von Anfang an von vielen Feinden bekämpft. Bei der Verteidigung der Stadt Afrin gegen den Vormarsch der Allianz aus Dschihadisten und dem nationalistisch-faschistoiden türkischen Staat fielen einige der Verteidigerinnen und Verteidiger im Kampf. Darunter auch anarchistische Genossen und eine Genossin. Wir erinnern an sie.

Emigrierte Arbeiterinnen und Arbeiter aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unterliegen in Deutschland diskriminierenden Gesetzen. Befristete Arbeitsverhältnisse, schikanierende Unternehmer und der Staat in Form von Arbeitsagentur und Ausländerbehörde bilden dabei oft eine Menschen- und ArbeiterInnenfeindliche Allianz. Ein Bericht von GenossInnen der basis-demokratischen Gewerkschaft “Industrial Workers of the World” schildert den Fall eines Kollegen aus Bulgarien, dem Abschiebung und Ausweisung drohten.

Aus Rumänien berichten wir über den gesellschaftlichen Zuspruch für die reaktionäre Kampagne “Koalition für die Familie”. Gegen gleichgeschlechtliche Liebe und Ehe machen die Orthodoxe Kirche, zahlreiche Parteien und Faschisten mobil. In Temeswar werfen wir einen Blick auf die Situation obdachloser Menschen, darunter vieler Jugendlicher, und die Kampagne “Recht auf Stadt”, die diese Zustände ändern möchte. Den Schwerpunkt dieser Ausgabe bildet die Gegenwart des Anarchismus in der Stadt Cluj in Transsilvanien (Siebenbürgen). Mit einem Mitglied des anarchistischen Kollektivs A-casă sprachen wir über die Stadt und die Aktivitäten von A-casă. Adrian Tătâran informiert über die Veranstaltungsreihe “Laolaltă” in Cluj und gibt kenntnisreich Einblicke in Geschichte und Gegenwart des Anarchismus in Rumänien. Im April des Jahres ist erfreulicherweise ein anarchistischer Verlag in Rumänien an die Öffentlichkeit getreten, die “Editura Pagini Libere” (Verlag Die Freien Seiten). Wir stellen ihn und einige seiner Veröffentlichungen vor.

Über den rumänischen Faschistenführer Corneliu Zelea Codreanu ist vor kurzem eine Biographie von Oliver Jens Schmitt veröffentlicht worden. Wir haben das Buch gelesen. Eine Besprechung dazu findet sich im Heft.

Kurznachrichten zu Rumänien, dem Anarchismus und aus der anarchistischen und syndikalistischen Bewegung runden die Ausgabe ab.

Wir wünschen euch nun viel Spaß beim lesen und uns und euch einen widerständigen und konstruktiven Sommer, der uns dem Ziel einer freien Gesellschaft näher bringt.

Die Redaktion der BUNĂ

Und das findet sich in der neuen Ausgabe – Inhaltsverzeichnis #6

Editorial, Seite 1

Dokumentation: Armut: Made in „Europe“, Seite 2

Hartz IV war gestern: Das neue Repressionsregime gegen die Lohnarbeitenden ist die Kombination von EU Aufenthaltsrecht, den Jobcentern und den Ausländerämtern, Seite 3

Keine Nazis auf unseren Straßen! Balkanweit mobilisierte Antifa-Demo gegen den faschistischen Lukoff-Marsch 2018 in Sofia, Seite 6

Wir werden sie nie vergessen! Im Gedenken an die in Afrin/Rojava gefallenen Anarchistinnen und Anarchisten , Seite 10

Kurzes – pe scurt, Seite 13

Oasen der Freiheit – Anarchistische Streifzüge, Seite 15

Recht auf Stadt in Timișoara/Temeswar, Seite 17

Der Aufstieg des Faschismus in Rumänien – Die Koalition für die Familie, Seite 18

Erkenntnis und Bildung: Mit der Editura Pagini Libere wurde ein anarchistischer Verlag in Rumänien gegründet, Seite 21

„Anarchische“ Bemerkungen zum Anarchismus in Rumänien und den letzten Veranstaltungen in der Reihe „Laolalta“, Seite 24

„Neben den Ideen und Aktivitäten geht es uns um die Menschen, die mitmachen“. Ein Interview mit R. von A-casă aus Cluj, Seite 32

Heilsversprechen und Terror. Eine Biographie von Oliver Jens Schmitt über den rumänischen christlichen Faschistenführer Corneliu Zelea-Codreanu, Seite 38

BUNĂ #6 | Sommer/Vară 2018 | 52 Seiten | 2,50 €

Zu beziehen in jedem guten Infoladen oder direkt über den Verlag Barrikade.

Verlag Barrikade: barrikade[a]gmx.org

Abo 4 Ausgaben für 10€ (inklusive Porto und Versand)

http://www.revistabuna.info

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