Category: Allgemein

Vor 90 Jahren wurden die Arbeiter und Anarchisten Sacco und Vanzetti ermordet

„Lang lebe die Anarchie!“

(Die letzten Worte Nicola Saccos vor seiner Hinrichtung)

Trotz erwiesener Unschuld wurden die Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti am 23. August 1927 in den USA auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Die US-amerikanische Klassenjustiz im Zusammenspiel mit Polizei und Kapitalisten hatte sich die rücksichtslose Bekämpfung der großen und kämpferischen revolutionären Arbeiterbewegung zum Ziel gesetzt. An ihrer Spitze standen oftmals Anarchisten als entschiedenste Kräfte im Tageskampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und für eine klassenlose und ausbeutungsfreie Gesellschaft.

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“We miss a clear head and the will to engage, to join and to open up to these revolts as anarchists.”

Adrian Tătăran.

Interview with the Philosopher and Anarchist Adrian Tătăran.

BUNĂ: Dear Adrian, how have you reached the interest, to deal with the topic of anarchism and history in Romania?

Adrian Tătăran: I started to get an interest in the anarchist ideas and movement about ten years ago when I first got my hands on a Romanian translation of Bakunin’s “God and the State”. Looking back, I can say now that this incendiary text was like a spark that lighted up and gave clear expression to many ideas and that I diffusely already had.

I grew up in Romania in the ’90. It was a quite chaotic and unsettling time, following a brutal dictatorship whose traces were still present in society. I grew up as a metalhead in a country that was at the time particularly conservative and authoritarian. We weren’t politically conscious in a formal manner and we hardly knew what anarchism was. However, we lived metal as a way of rebelling. We actually created a small society together, a sort of counter-community where we could be free, here and now; free from the all this “wave of deceit, cunning, exploitation, depravity, vice – in a word, inequality – which they have poured into all our hearts”, as Kropotkin would have probably put it; free from obedience, fear and uniformity masquerading as the highest form of morals; free from a dead-end future as dead-end human beings. This is why for me the encounter with Bakunin’s text was a liberating and powerful experience.

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Sommer-Ausgabe des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ erschienen

Libertären Lesestoff zu Rumänien bietet die soeben erschienene 5. Ausgabe des anarchistischen Rumänien-Magazins BUNĂ. Den Schwerpunkt bilden Berichte und Analysen zu den massenhaften Anti-Korruptions-Protesten gegen die Regierung Anfang des Jahres. Wir haben dazu einen Text von Ovidiu Țichindeleanu übersetzt, der sich kritisch und distanzierend zu dieser Protestbewegung äußert. Auch wenn wir viele darin vertretene Ansichten nicht teilen, haben wir uns nach Diskussion entschieden, den Text in das Heft aufzunehmen. Denn er spiegelt wider, was der größte Teil der intellektuellen, mehr oder weniger unabhängigen Linken in Rumänien, zu den Protesten denkt. Die Einschätzung ist zudem für die Menschen außerhalb Rumäniens von Wert, um zu verstehen, welche Überlegungen verschiedene Gruppen anstellen.

Wir freuen uns, ein Interview mit dem Anarchisten und Philosophen Adrian Tătăran präsentieren zu können. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit, die Geschichte und Rezeption des Anarchismus in Rumänien und fragten nach seiner Einschätzung zu den Massenprotesten und den möglichen Aufgaben und Perspektiven von Anarchistinnen und Anarchisten im Land. Dieses Interview werden wir in Kürze auch in Englisch auf unserem Blog veröffentlichen.

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BUNĂ on tour

Bei folgenden Gelegenheiten könnt ihr mit uns persönlich in Kontakt treten. Wir sind jeweils mit einem Infostand/Büchertisch vertreten und freuen uns auf neue und alte Bekannte und interessante Gespräche. Haideți!

21. – 23. April 2017 Mannheim: 4. Anarchistische Buchmesse, Jugendkulturzentrum Forum, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim.

1. Mai 2017 Bremen: Unabhängiges Straßenfest in der Buchtstraße (Innenstadt/Nähe Domsheide) ab 11:00 Uhr.

Kapitalismus mordet: Verdünnte Desinfektionsmittel von Hexi Pharma führen zu tausenden Toten

Erschienen in BUNĂ #4

Im Mai 2016 führte die Schritt für Schritt umfassender werdende Aufdeckung einer jahrelang betriebenen Manipulation mit verdünnten und unwirksamen Desinfektionsmitteln, Antiseptika und Bioziden zu großen Protesten der Bevölkerung, zum Rücktritt des Gesundheitsministers und dem bislang ungeklärten Tod eines Hauptverantwortlichen der systematischen Manipulationen. Auf Kosten des Lebens und der Gesundheit von PatientInnen haben sich die Geschäftsführer des rumänischen Pharmaunternehmens HexiPharma und zahlreiche geschmierte ÄrztInnen und Verwaltungschefs von Krankenhäusern und Hospitälern über Jahre eine goldene Nase verdient, während PatientInnen in den Krankenhäuser starben, da die vom Unternehmen verkauften Mittel unwirksam waren.

Anfang Mai fanden sich erste Meldungen in der Presse, die über mit Wasser verdünnte Antiseptika und Desinfektionsmittel berichteten. Diese nach Operationen in Krankenhäusern bei PatientInnen sowie zur Desinfektion von Besteck und Gebäude eingesetzten Mittel waren unwirksam. Daraufhin begann der Journalist Cătălin Tolantan mit Recherchen und brachte eine Aufklärungswelle ins Rollen. Auch das unabhängige Aufklärungsprojekt „Riseproject“ lieferte wichtige Informationen. Aufgrund des öffentlichen Drucks schaltete sich das Gesundheitsministerium ein, und führte Kontrollen in verschiedenen Hospitälern und Krankenhäusern durch. Dort wurden zahlreiche manipulierte Mittel von HexiPharma, dem rumänischen Marktführer an Desinfektionsmitteln, entdeckt.

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Vortrag zur Geschichte des Anarchismus in Rumänien

limogesAm Dienstag, den 10. Januar 2017, hält Adrian Tătăran von der Universtität Babeș-Bolyai aus Cluj-Napoca, in Limoges (Frankreich) einen Vortrag zum Anarchismus in Rumänien. Die Veranstaltung steht unter dem Titel “L’ Anarchisme en Roumanie – Exilés, nihilistes, oubliés, vaincu? Une histoire libertaire qui reste à écrire” und ist in französischer Sprache.

Ort: Limoges, Local EAGR, 64 avenue de la Révolution. Beginn: 20.30 Uhr. Um Voranmeldung unter cira.limousin(a)free.fr wird gebeten, da die Plätze begrenzt sind. Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist das Centre International de Recherches sur l’Anarchisme (CIRA).

 

Arbeiterinnen und Arbeiter aller Länder – vereinigt euch! Proletari din toate țarile – uniți-vă!

Für anarchistischen Sozialismus! Pentru socialism libertar!

vereinigteuch

Diesen Aufkleber gibt es über die Redaktionsadresse zu beziehen. Größere Mengen versenden wir gegen Spende.

In ganz Europa wachsen nationalistische Bewegungen, Regierungen weisen vor Krieg und Elend fliehende Menschen zurück, misshandeln sie an den Grenzen. Mit dem Nationalismus eng verbunden sind gerade in Osteuropa die Kirchen. In Ungarn und Rumänien vertreten sie extrem reaktionäre Positionen. Teilweise sind sie offen faschistisch. Sie sind Bastionen der Frauenunterdrückung und Frauenverachtung, des Hasses gegen Homosexuelle und der sexuellen Selbstbestimmung. Die Lebensbedingungen in den Ländern Osteuropas sind für die große Mehrheit der Bevölkerung prekär. Die Armut ist groß. Auch hier in Mitteleuropa arbeiten und leben zunehmend mehr Menschen unter prekären Bedingungen. Arbeitsverträge sind befristet, Löhne niedrig, viele brauchen mehrere Jobs, um sich und ihre Angehörigen über die Runden zu bringen. Die Zeitarbeit boomt und damit die Unsicherheit über das Leben morgen. Aus Osteuropa emigrieren immer mehr Menschen nach Deutschland und Westeuropa. Hier hetzen Nationalisten und „Patrioten“ gegen sie und propagieren reaktionäre, falsche Werte. Sie wollen weniger Freiheit, einen repressiven Staat, rassistische Politik und sehen Nichtdeutsche als Menschen zweiter Klasse. Dabei verbindet uns alle, die wir uns für unsere Existenz prostituieren/verkaufen müssen, viel mehr, als uns trennt. Wir werden vom selben System drangsaliert, müssen unsere Lebenszeit und Gesundheit an das Kapital verkaufen. Als Baustein in der Kette der Repression haben die Staaten rechtliche Unterschiede aufgrund der Herkunft der Menschen in Gesetzen festgeschrieben. Viele eingewanderte ArbeiterInnen leben dadurch illegal, entrechtet, haben kein Bleiberecht. Nutznießer dieses menschenverachtenden Zustandes ist einmal mehr das Kapital und mehrheitlich die reiche Bevölkerungsschicht. Arbeitern auf Baustellen wird der Lohn vorenthalten, bei Arbeitsunfällen sind die Kollegen auf sich alleine gestellt, Kindermädchen und Hauswirtschafterinnen müssen sich schlecht bezahlt um den Nachwuchs der Reichen sorgen. Dabei sollen sie noch dankbar darüber sein, diese Stellen erhalten zu haben. Das ist das System der Kapitalisten, der Menschenfresser – es ist ihre Gesellschaft, nicht unsere.

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