Buchbesprechung: Das revolutionäre Rumänien vor Augen

cover-militant-gheorghiu-buchNach der 2013 erschienenen Biografie über den rumänischen Anarchisten und publizistischen (Arbeiter-) Aktivisten Panait Mușoiu hat der anarchistische Syndikalismusforscher Martin Veith eine weitere Studie vorgelegt.

Sein soeben neu erschienenes Buch behandelt auf knapp 300 Seiten das Leben und die Aktivitäten des Arbeiters, Syndikalisten und anarchistischen Kommunisten Ștefan Gheorghiu. Mit diesem Buch korrigiert er einige Falschinformationen und Darstellungen. Denn während der kommunistischen Herrschaft, besonders zu Zeiten Ceaușescus, machte die Partei einen stromlinienförmigen Parteisoldaten aus Gheorghiu. Sie stellten ihn als Marxisten und Sozialdemokraten dar, als Vorkämpfer der kommunistischen Partei und benannten sogar die Parteihochschule nach ihm. Bis zum Sturz Ceaușescus war der Name Gheorghius regelmäßig in Schule und Presse zu hören. Er wurde für die Propaganda des Regimes missbraucht. Wie das Buch darlegt und mit Aussagen von Gheorghius Freunden und Kampfgefährten belegt, war er aber alles andere als ein angepasster Parteimensch. Mit seinen Ansichten und Aktionen, getragen von einem anarchistischen Geist und stark durchdrungen von den französischen syndikalistischen Theorien, sowie dem Willen zu direkter Veränderung, geriet er in viele Auseinandersetzungen innerhalb der vielschichtigen rumänischen Linken in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

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100 Jahre Sabaté – Ein militanter Anarchist und Antifaschist

Sabate Buna2BUNĂ Nr. 3 – Frühjahr 2016

Im Herbst 2015 publizierte die BUNĂ einen Aufkleber, um an Francesc Sabaté zu erinnern. Der spanische Anarchist, Syndikalist und antifranquistische Widerstandskämpfer Francesc Sabaté Llopart wäre 2015 100 Jahre alt geworden. In Spanien ist er ein lebendiges Symbol für einen konsequenten anarchistischen Kampf gegen die Organe der Unterdrückung und den Faschismus. In Deutschland wurde sein 100. Geburtstag von der libertären und antifaschistischen Bewegung leider kaum beachtet. Für uns ist dieser Umstand ein wichtiger Grund an den Menschen und Kämpfer zu erinnern. Diesem Ziel dient der zweisprachige, in deutsch und rumänisch gehaltene Aufkleber, den wir auch dieser Ausgabe beilegen.

Sabate wurde am 30. März 1915 in der katalanischen Stadt L’Hospitalet de Llobregat in einer Arbeiterfamilie geboren. Schon früh lehnte er sich gegen Ungerechtigkeiten und vom Bürgertum als „Autoritäten“ begriffene Machtmenschen auf. So wehrte er sich bereits im Alter von zehn Jahren gegen die Schläge durch einen Priester in einer katholischen Schule, die er daraufhin verließ.

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BUNĂ 3 – Frühjahr/Primăvară 2016 erschienen – Editorial

Titel BUNA 3Die dritte Ausgabe des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ ist soeben erschienen. Über den Inhalt der dritten Ausgabe schreibt die Redaktion im Editorial:

“Liebe Leserinnen und Leser, diese Zeilen werden in bewegten Zeiten geschrieben. Millionen Menschen sind aufgrund von Krieg, Mord, Versklavung und Vertreibung auf der Flucht. Religiöse Faschisten ermorden kritische und libertäre JournalistInnen, ermorden KonzertbesucherInnen. Kritik an Religionen, an „Gott“, Lebensfreude und Heavy Metal ist ihnen „Sünde“. Das haben der Islamische Staat als auch die Rumänisch-Orthodoxe Kirche gemeinsam. Nach dem verheerenden Brand während eines Heavy Metal Konzertes im Bukarester „Colectiv-Klub“ wurden aus der orthodoxen Kirche Stimmen laut, die verbrannte und verletzte BesucherInnen als „Satanisten“ bezeichneten. Die ideologischen Welten des Islamischen Staates und der Rumänisch-Orthodoxen Kirche liegen also gar nicht so weit auseinander.

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Und das findet sich in BUNĂ #3 – Frühjahr/Primăvară 2016

Titel BUNA 3Inhaltsverzeichnis BUNĂ #3

Editorial … S.1

Nachrichten/Știri … S.3
Die Augen Rechts – Ein Blick auf die Faschisten … S. 19

Kurzes/pe scurt … S.21
Antifaschistische Position von „Salvați Roșia Montană“ nur Fassade für westliche Gruppen?! … S.23
Neues anarchistisches Magazin aus Bukarest … S.26

Zur Verschärfung des Freizügigkeitsgesetzes für EU-BürgerInnen … S. 24

Interview „Ducatul Ateist de Alba“ … S. 31
MIZ Sonderheft Satire und freie Meinungsäußerung … S.34

Keine Angst vor großen Namen – Die sozialistische Zeitschrift „Facla“ … S.36
100 Jahre Sabaté – Ein militanter Anarchist und Antifaschist … S. 42

Johann Most zur Religion … S. 44

Interview With Anarchists From Craiova

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„We see the importance to join the creating of a country-wide Network of radical-libertarian Groups“

BUNĂ: Can you tell us about your town? How are the life conditions? Is the town shaped by industry oder more from agro-culture? On which level is the unemployment-rate?

DIY-Craiova: We are living in Craiova, it is south west from romania, close to the border to bulgaria and also serbia. It is the 6th largest city in romana. In the former regime it was heavily industrialized. It is the poorest big city in the country and it is situated in an agricultural area, also one of the poorest areas in the country. It is also an university center and an administrative center. After the colapse of the state capitalist regime, in the 90s there were mass-scale privatizations which led to mass unemployment. Now the industry sectore plays a small part in the local economy, which is mostly composed of services and administration elements. The oficial unemployment rate is between 7-8%, which is one of the biggest rates in the country, but this means nothing since the real rate is much higher. Even this oficial rate would be far larger if we are to take in account the fact that in the last 15 years or so, the city lost more than 10% percent of its population, something more than 30 000 people. Most of them left the country to Western Europe, and maybe to other cities in romania like Bucharest or Timișoara. As a whole the region is even poorer than the city, sincer there are no jobs available and the economy in the rural parts is generally a subsistence agricultural one.

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Vortrag und Infotisch bei der Linken Literaturmesse in Nürnberg

llm20Auf der kommenden Linken Literaturmesse in Nürnberg ist auch die BUNĂ vertreten. Am Infotisch des Instituts für Syndikalismusforschung werden die aktuellen Ausgaben angeboten und es kann mit uns diskutiert werden. Am Samstag, den 31.Oktober 2015 um 12:00 Uhr stellt Martin Veith aus der Redaktion der BUNĂ sein Buch “Militant – Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens” dem interessierten Publikum vor. Die Linke Buchmesse dauert vom 30. Oktober bis zum 1. November. Von den libertären Verlagen sind unter anderem der Verlag Edition AV und der Verlag Barrikade vertreten. Veranstaltungsort ist das Künstlerhaus im KunstKulturQuartier in der Königstraße 93, Nürnberg. Wir freuen uns euch begrüßen zu können. Der Eintritt ist frei.

Editorial BUNĂ #2 – Sommer/Vară 2015

BUNA2 TitelLiebe Leserinnen und Leser,

die Reaktionen, die wir nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe der BUNĂ erhielten, waren durchgängig positiv. Hervorgehoben wurde besonders die Themenvielfalt, die einen gründlichen Einblick in die rumänische Gesellschaft ermögliche. Diese Anerkennung freut uns sehr und ist uns ein Ansporn, auf diesem Weg weiter zu machen. Allerdings werden ab dieser Ausgabe englischsprachige Beiträge exklusiv auf unserem Blog veröffentlicht. Der beschränkte Platz im Heft hat uns dazu veranlasst. Die BUNĂ war bei verschiedenen linken und libertären Medienmessen sowie Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum präsent. Am 1. Mai beteiligten wir uns auf dem DGB- unabhängigen Buchtstraßenfest in Bremen.

Aus Rumänien selbst gibt es leider kaum positives zu vermelden. Die staatlichen Vorbereitungen für einen möglichen Kriegsfall mit Russland laufen weiterhin auf Hochtouren. Militärische Übungen und Simulationen des Katastrophenschutzes im Ernstfall wurden im Juni landesweit durchgeführt. Bei manchen Reden von Politikern gewinnt man den Eindruck, dass sie es geradezu auf eine Konfrontation anlegen. Und ebenfalls im Juni beschlossen NATO und USA die Stationierung umfassenden Kriegsgeräts in Osteuropa, so auch in Rumänien.

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