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Frühjahrs-Ausgabe 2021 der BUNĂ erschienen. Zeitschrift für Befreiung & Emanzipation – nicht nur in Rumänien

BUNA 8 TitelCOVID-19 verdrängt in den bürgerlichen Medien viele schon zuvor bestehende gesellschaftliche Probleme und Ungerechtigkeiten. Die Regierungspolitik zur Pandemie erschwert es weiterhin oft, Menschen in Not solidarisch unterstützen zu können. Ein Beispiel dafür zeigt sich in dem Interview, das wir mit Genossinnen und Genossen in Timișoara führten. Sie unterstützen Geflüchtete aus Afghanistan in ihrer Stadt. Aus Platzgründen ist es nur online auf unserem Blog erschienen. Radu Stochița berichtet über den Widerstand von Pfleger:innen und Arbeitenden in der rumänischen Gesundheitsindustrie. Aus Österreich wird über die Selbstorganisation von Pflegearbeiterinnen und Pflegarbeitern aus Rumänien und der Slowakei informiert. In einem Grundsatzartikel blicken wir auf die Ermordung von Alexandra Măceșanu und Luiza Melencu vor zwei Jahren zurück und thematisieren die Rolle von Patriarchat, Polizei, Staat und Mafia-Clans dabei. Dazu haben wir Auszüge aus der Broschüre „Poliția ucide“ („Die Polizei tötet“) von Veda Popovici ins Deutsche übersetzt.

Einen Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe bildet die spannende Studie von Adina Marincea This is (NOT) a love story! Eine kurze Geschichte des Anarcha-Feminismus in Rumänien. Vom Punk zur Intersektionalität“. Und wir veröffentliche eine Internationale anarchistische Erklärung zur 150. Wiederkehr der Pariser Kommune.

Kurznachrichten rund um die anarchistische und syndikalistische Bewegung finden sich aus Rumänien, Deutschland, Frankreich, Belarus und Österreich. Den Nachrichtenüberblick zu Ereignissen in Rumänien und Moldawien konnten wir abermals aus Platzgründen nicht mit ins Heft nehmen.

Erstmals haben wir eine eigene Postkarte herausgegeben. Sie liegt dem Heft bei. Bestellungen sind, solange der Vorrat reicht, gegen Spende möglich.

Wir wünschen euch viel Spaß und Erkenntnis mit dem Heft. Wenn ihr uns gut findet, dann unterstützt die BUNĂ mit einem Abo und werbt für diese einzigartige Zeitschrift. Wir versenden auf Anfrage gerne kostenlose Probehefte. Für Anregungen und Hinweise haben wir ein offenes Ohr.

Inhalt und Bestellung:

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„Vereint gegen Armut kämpfen“ – Ein Interview mit Mahala

Mahala ist eine anti-autoritäre und anarchistische Selbstorganisation von Arbeitenden in Rumänien. Die Genossinnen und Genossen unterstützen kämpfende Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie klären über Arbeitsrechte auf und sind immer wieder in der Öffentlichkeit präsent. Wir sprachen mit ihnen im Januar 2020.

1. Warum habt ihr Mahala gegründet und was bedeutet euer Name?

„Mahala“ ist ein rumänisches Wort, das grob übersetzt soviel wie „Slum“ oder „arme Nachbarschaft“ bedeutet. Traditionell bezieht es sich auf jede Form von Unterkunft, die mit einer Straße verbunden ist. Der heutige Gebrauch des Wortes ist meistens negativ besetzt, in Anbetracht dessen, wie Leute oft dazu tendieren, auf Menschen aus der arbeitenden Klasse, den Marginalisierten und Armen herunterzublicken. Trotzdem bringt es auch gleichzeitig das Bild ethnisch verschiedener und sozial vereinter Gemeinschaften in den Sinn, die gemeinsam gegen Armut kämpfen.

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Online-Archiv rumänischer anarchistischer Publikationen

Unter der Plattform „Anarhiva“ stellen Genossinnen und Genossen aus Rumänien anarchistische Publikationen digitalisiert und kostenlos zum lesen online. Damit soll die „wenig bekannte Geschichte der anarchistischen Ideen in Rumänien seit dem 19. Jahrhundert bis in unsere Tage dokumentiert, eingeordnet und verbreitet werden“, wie es in der Selbstdarstellung heißt. Die vorgestellten Archivmaterialien sollen dabei „nicht nur das anarchistische Erbe in Rumänien bezeugen“, sie sollen „auch die Kontinuität der libertären Praxis und Ideen präsentieren“. Denn „trotz der Verschleierung der lokalen anarchistischen Tradition gab es viele Persönlichkeiten, Veröffentlichungen, Gruppen, Verlage, Zeitschriften, Korrespondenz und generell eine wichtige literarische Produktion, die mit der libertären Bewegung verbunden war. Unabhängig von der historischen Periode, über die wir sprechen, waren die Anarchisten im rumänischen Raum immer mit internationalen Netzwerken verbunden und leisteten einen Beitrag, der nicht nur auf den lokalen Raum beschränkt war, sondern den Horizont der politischen Grenzen überschritt.“

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