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Neues anarchistisches Magazin aus Bukarest

Im Juli 2015 erschien in Bukarest die erste Ausgabe des „anarchistischen Magazins aus Bukarest, Radix“ mit einer Auflage von 500 Exemplaren. Das 40-seitige Heft wurde von der Redaktion und den MitarbeiterInnen am 17. Juli im Bukarester „Centrul Claca“ öffentlich vorgestellt. Obwohl sich die Redaktion in der rumänischen Hauptstadt befindet wird die Zeitschrift landesweit verbreitet. Verteilstellen finden sich so in Iași und Cluj. Zur Intention schreiben die RedakteurInnen: „Wir sehen es als notwendig an, eine anarchistische Zeitschrift herauszugeben, die sich der Gegeninformation zum Propaganda-Krieg und der Desinformation durch Staat und Massenmedien annimmt. Wir wollen über unsere Kämpfe und über jene, in denen unsere GenossInnen beteiligt sind, berichten und diskutieren (…) Wir wollen unsere Ideen und Ideale propagieren und über die Geschichte und Theorie des Anarchismus sprechen“. Die Redaktion stellt erfreulicherweise ein „neues Anwachsen der anarchistischen Bewegung in Rumänien“ fest und möchte zu deren „Ausdehnung und Entwicklung“ beitragen.

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„… als ob diese Initiativen und Aktionen in Bukarest stattfinden würden“

Nicolas Trifon bei einer Buchvorstellung in Bukarest.

Interview mit Nicolas Trifon

von Mihai Codreanu

Nach der Etablierung kommunistischer Regime stalinistischen Typs in Osteuropa gingen Mitglieder einer der größten anarchistischen Bewegungen, jene aus Bulgarien, ins Exil. Ihre Ideen nahmen sie mit sich und fanden in Frankreich ein Land, das ihnen die Möglichkeit bot, Aufmerksamkeit auf die Situation in den Ländern des “sozialistischen Lagers” zu richten. Die Aktivitäten der bulgarischen Anarchisten beschränkten sich dabei nicht nur auf das Schreiben über ihr Land oder andere osteuropäische Staaten. Einige ihrer Aktivitäten beinhalteten den Guerillakrieg. Nach Spaltungen innerhalb der bulgarischen Anarchisten wurde die Gruppe “Iztok” (zu deutsch “Ost”) gegründet. Dieser schloss sich in den 1980er Jahren ein Emigrant aus Rumänien an – Nicolas Trifon (geboren 1949 in Bukarest) – heute ein französischsprachiger Schriftsteller. Sein aktuelles Interesse gilt der Mazedonischen Minderheit, die auch der Gegenstand seiner letzten Veröffentlichungen ist. In seinen Arbeiten finden sich verschiedene Bezüge wieder: Historische, anthropologische oder sozio-linguistische. In dem folgenden Interview behandeln wir die Situation in den 1980er Jahren bis zum Kollaps des sozialistischen Lagers zum Ende jenes Jahrzehnts und dem Beginn der 1990er Jahre.

Mihai Codreanu: Am 18. April 1978 wurde in Paris eine Pressekonferenz durchgeführt, an welcher Vasile Paraschiv (Rumänien), Viktor Feinberg (Sowjetunion), Aleksander Smolar (Polen) und Jan Letcinski (Tschechoslowakei) teilnahmen. Neben ihnen beteiligten sich Repräsentanten der vier größten französischen Gewerkschaften (F.E.N., F.O., C.F.D.T., C.G.T.) daran. Thema der Konferenz war die Gewerkschaftsfreiheit in Ost-Europa. Sie stellte ein wichtiges Ereignis dar, denn nach 30 Jahren fanden die vier größten französischen Gewerkschaften ein gemeinsames Projekt – den Protest gegen die Situation der Arbeiter im Ostblock. Hat die „Iztok“-Gruppe an diesem Ereignis teilgenommen?

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