Getagged: Patriarchat

Um uns selbst müssen wir uns selbst kümmern

Zwei Jahre seit der Ermordung von Alexandra Măceșanu und Luiza Melencu. Polizei, Mafia, Patriarchat und Staat sind mitverantwortlich für ihren Tod

Von A. Schwarz

Ein Hinweis zuvor: Der folgende Beitrag ist alles andere als eine einfache Lektüre. Er wühlt auf und macht wütend. Er behandelt die nachgewiesene Ermordung von mindestens zwei jungen Frauen durch Gheorghe Dincă und die Mitverantwortung der Polizei dabei. Einmal mehr wird die unerträgliche patriarchale gesellschaftliche Realität in Rumänien deutlich. Und einmal mehr rückt der Menschenhandel in den Fokus.

Am 24. Juli 2019 wurde die 15-jährige Alexandra Măceșanu entführt, geschlagen und vergewaltigt. Einen Tag später wurde sie zerstückelt und verbrannt. Die aus der kleinen Gemeinde Dobrosloveni im Bezirk Olt stammende Schülerin war auf dem Weg zu ihrem Freund in die Stadt Caracal. Da es auch in dieser Region keinen funktionierenden Personennahverkehr auf dem Land gibt, war sie für den Weg in die Stadt auf das Fortbewegen per Anhalter angewiesen. Sie wurde von ihrem Peiniger und Mörder, dem 65-jährigen Gheorghe Dincă mitgenommen, der sie zu seinem kleinen Anwesen verschleppte. Wie sich später herausstellte, hatte Dincă bereits im April die 18-jährige Luiza Melencu entführt, geschlagen, vergewaltigt und ermordet.

Weiterlesen

Frühjahrs-Ausgabe 2021 der BUNĂ erschienen. Zeitschrift für Befreiung & Emanzipation – nicht nur in Rumänien

BUNA 8 TitelCOVID-19 verdrängt in den bürgerlichen Medien viele schon zuvor bestehende gesellschaftliche Probleme und Ungerechtigkeiten. Die Regierungspolitik zur Pandemie erschwert es weiterhin oft, Menschen in Not solidarisch unterstützen zu können. Ein Beispiel dafür zeigt sich in dem Interview, das wir mit Genossinnen und Genossen in Timișoara führten. Sie unterstützen Geflüchtete aus Afghanistan in ihrer Stadt. Aus Platzgründen ist es nur online auf unserem Blog erschienen. Radu Stochița berichtet über den Widerstand von Pfleger:innen und Arbeitenden in der rumänischen Gesundheitsindustrie. Aus Österreich wird über die Selbstorganisation von Pflegearbeiterinnen und Pflegarbeitern aus Rumänien und der Slowakei informiert. In einem Grundsatzartikel blicken wir auf die Ermordung von Alexandra Măceșanu und Luiza Melencu vor zwei Jahren zurück und thematisieren die Rolle von Patriarchat, Polizei, Staat und Mafia-Clans dabei. Dazu haben wir Auszüge aus der Broschüre „Poliția ucide“ („Die Polizei tötet“) von Veda Popovici ins Deutsche übersetzt.

Einen Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe bildet die spannende Studie von Adina Marincea This is (NOT) a love story! Eine kurze Geschichte des Anarcha-Feminismus in Rumänien. Vom Punk zur Intersektionalität“. Und wir veröffentliche eine Internationale anarchistische Erklärung zur 150. Wiederkehr der Pariser Kommune.

Kurznachrichten rund um die anarchistische und syndikalistische Bewegung finden sich aus Rumänien, Deutschland, Frankreich, Belarus und Österreich. Den Nachrichtenüberblick zu Ereignissen in Rumänien und Moldawien konnten wir abermals aus Platzgründen nicht mit ins Heft nehmen.

Erstmals haben wir eine eigene Postkarte herausgegeben. Sie liegt dem Heft bei. Bestellungen sind, solange der Vorrat reicht, gegen Spende möglich.

Wir wünschen euch viel Spaß und Erkenntnis mit dem Heft. Wenn ihr uns gut findet, dann unterstützt die BUNĂ mit einem Abo und werbt für diese einzigartige Zeitschrift. Wir versenden auf Anfrage gerne kostenlose Probehefte. Für Anregungen und Hinweise haben wir ein offenes Ohr.

Inhalt und Bestellung:

Weiterlesen