Tagged: Rumänien

“Wir halten es für notwendig am Aufbau eines landesweiten Netzwerks radikal-libertärer Initiativen mitzuwirken”

Ein Interview mit AnarchistInnen aus Craiova

BUNĂ: Könnt ihr etwas zu eurer Stadt sagen? Wie sind die Lebensbedingungen? Ist es eine von der Industrie geprägte Stadt oder eher landwirtschaftlich? Wie hoch ist die Erwerbslosigkeit?

DIY Craiova: Wir leben in Craiova, das im Südwesten von Rumänien, nahe an der Grenze zu Bulgarien sowie Serbien liegt. Es ist die sechstgrößte Stadt Rumäniens. Im vormaligen Regime war sie hochindustrialisiert. Craiova ist die ärmste Großstadt im Land und liegt in einem Gebiet, in dem Landwirtschaft betrieben wird und welches ebenfalls eine der ärmsten Regionen des Landes ist. Gleichzeitig ist sie ein Hochschulzentrum sowie ein Verwaltungszentrum.

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„… als ob diese Initiativen und Aktionen in Bukarest stattfinden würden“

Nicolas Trifon bei einer Buchvorstellung in Bukarest.

Interview mit Nicolas Trifon

von Mihai Codreanu

Nach der Etablierung kommunistischer Regime stalinistischen Typs in Osteuropa gingen Mitglieder einer der größten anarchistischen Bewegungen, jene aus Bulgarien, ins Exil. Ihre Ideen nahmen sie mit sich und fanden in Frankreich ein Land, das ihnen die Möglichkeit bot, Aufmerksamkeit auf die Situation in den Ländern des “sozialistischen Lagers” zu richten. Die Aktivitäten der bulgarischen Anarchisten beschränkten sich dabei nicht nur auf das Schreiben über ihr Land oder andere osteuropäische Staaten. Einige ihrer Aktivitäten beinhalteten den Guerillakrieg. Nach Spaltungen innerhalb der bulgarischen Anarchisten wurde die Gruppe “Iztok” (zu deutsch “Ost”) gegründet. Dieser schloss sich in den 1980er Jahren ein Emigrant aus Rumänien an – Nicolas Trifon (geboren 1949 in Bukarest) – heute ein französischsprachiger Schriftsteller. Sein aktuelles Interesse gilt der Mazedonischen Minderheit, die auch der Gegenstand seiner letzten Veröffentlichungen ist. In seinen Arbeiten finden sich verschiedene Bezüge wieder: Historische, anthropologische oder sozio-linguistische. In dem folgenden Interview behandeln wir die Situation in den 1980er Jahren bis zum Kollaps des sozialistischen Lagers zum Ende jenes Jahrzehnts und dem Beginn der 1990er Jahre.

Mihai Codreanu: Am 18. April 1978 wurde in Paris eine Pressekonferenz durchgeführt, an welcher Vasile Paraschiv (Rumänien), Viktor Feinberg (Sowjetunion), Aleksander Smolar (Polen) und Jan Letcinski (Tschechoslowakei) teilnahmen. Neben ihnen beteiligten sich Repräsentanten der vier größten französischen Gewerkschaften (F.E.N., F.O., C.F.D.T., C.G.T.) daran. Thema der Konferenz war die Gewerkschaftsfreiheit in Ost-Europa. Sie stellte ein wichtiges Ereignis dar, denn nach 30 Jahren fanden die vier größten französischen Gewerkschaften ein gemeinsames Projekt – den Protest gegen die Situation der Arbeiter im Ostblock. Hat die „Iztok“-Gruppe an diesem Ereignis teilgenommen?

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„Neben den Ideen und Initiativen geht es uns um die Menschen, die mitmachen“

Ein Interview mit R. von A-casă aus Cluj

BUNĂ: Um was handelt es sich bei A-casă. Handelt es sich um ein besetztes Haus? Und wie seid ihr auf die Namensgebung gekommen?

R. von A-casă: A-casă ist kein besetztes Haus, es handelt es sich um ein Mietshaus. Doch auch wenn es kein „Squat“ ist – denn hier im Land existiert keine „Kultur“ oder Praxis „anarchistischer Besetzungen“; Nur die Ärmsten, oftmals Roma, besetzen Häuser oder Wohnung um zu überleben – funktioniert es nahe an dem, was ein soziales Zentrum oder ein besetztes Haus sein sollte. Der Name des Gebäudes bedeutet im rumänischen „Zuhause“ und die Namensgebung war das Ergebnis einer kollektiven Entscheidung, dem Platz einen Namen zu geben. Auch wenn es den romantischen Kreis um seinen Namen hat, ist es kein Name, den wir besonders mögen. Es lag vielmehr daran, dass wir zu Beginn einen vertrauten Namen suchten um Menschen anzusprechen. Natürlich ist ein Name nur ein Name und in gewisser Weise nicht zu wichtig. Das ist auch der hauptsächliche Grund dafür, warum wir nicht wirklich daran gingen, ihn im Laufe der Zeit zu ändern.

BUNĂ: Seit wann gibt es euch?

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BUNĂ on tour – Veranstaltung zu Stefan Gheorghiu am 13. April in Jena

Am 13. April 2018 findet im Gewerkschaftslokal der Freien ArbeiterInnen Union in Jena die Buchvorstellung “Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens” mit dem Autoren Martin Veith statt. Vorgestellt wird auch das anarchistische Zeitungsprojekt “BUNĂ – Zeitschrift für Emanzipation und Befreiung – nicht nur in Rumänien”. Neben der historischen Vorstellung der syndikalistischen und anarchistischen Bewegung und ihrer Kämpfe zu Zeiten Gheorghius, gibt es auch einen Einblick in aktuelle gesellschaftliche Kämpfe in Rumänien und die heutige anarchistische Bewegung. Danach gibt es Raum für Diskussionen. Das Institut für Syndikalismusforschung und die Zeitschrift BUNĂ sind mit einem Büchertisch vertreten. Wir freuen uns auf euer kommen!

13. April | 18 Uhr | FAU-Gewerkschaftslokal „Milly Witkop“ in der Bachstraße 22, 07743 Jena

Einen Einblick in das Buch “Militant!” gibt die folgende Buchvorstellung: