Tagged: Syndikalismus

„Vereint gegen Armut kämpfen“ – Ein Interview mit Mahala

Mahala ist eine anti-autoritäre und anarchistische Selbstorganisation von Arbeitenden in Rumänien. Die Genossinnen und Genossen unterstützen kämpfende Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie klären über Arbeitsrechte auf und sind immer wieder in der Öffentlichkeit präsent. Wir sprachen mit ihnen im Januar 2020.

1. Warum habt ihr Mahala gegründet und was bedeutet euer Name?

„Mahala“ ist ein rumänisches Wort, das grob übersetzt soviel wie „Slum“ oder „arme Nachbarschaft“ bedeutet. Traditionell bezieht es sich auf jede Form von Unterkunft, die mit einer Straße verbunden ist. Der heutige Gebrauch des Wortes ist meistens negativ besetzt, in Anbetracht dessen, wie Leute oft dazu tendieren, auf Menschen aus der arbeitenden Klasse, den Marginalisierten und Armen herunterzublicken. Trotzdem bringt es auch gleichzeitig das Bild ethnisch verschiedener und sozial vereinter Gemeinschaften in den Sinn, die gemeinsam gegen Armut kämpfen.

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Oasen der Freiheit – Anarchistische Streifzüge

Georgi Konstantinow und Ilija Trojanow im Gespräch

„Arbeit war eine Utopie, Wohnungen waren eine Utopie, Würde war eine Utopie, eigene Entscheidungen zu treffen war eine Utopie. Uns ist es gelungen, viele Utopien Wirklichkeit werden zu lassen.“

Bürgermeister Juan Manuel Sánchez Gordillo aus Marinaleda in Andalusien

„Diese Geschichtsauffassung, das der Staat, das der Kapitalismus, das der Nationalismus einfach eine Realität ist, die wir akzeptieren müssen, das es keine andere Alternative gibt, das ist die eigentliche schwachsinnige Vorstellung die uns aufgezwungen wird.“

Dilar Dirik, Soziologin und Aktivistin der kurdischen Frauenbewegung

Diese beiden Zitate sind nur zwei Stimmen von mehreren, die in der 3sat-Dokumentation „Oasen der Freiheit – Anarchistische Streifzüge“ zu hören sind. Der bulgarische Schriftsteller Ilija Trojanow begibt sich darin auf Spurensuche nach Oasen der Freiheit in Europa und findet sie in der anarchistischen Geschichte und Gegenwart, in der Literatur und im Internet.

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Keine Angst vor großen Namen – Die rumänische Zeitschrift „Facla“

Im Herbst 2014 gelang es einer Genossin in Rumänien, eine Sammlung von 71 Heften der kämpferischen sozialistischen Zeitschrift „Facla“ („Die Fackel“) aufzukaufen. Die erste Folge der Wochenschrift erschien von 1910 bis 1914. Eine zweite Folge wurde 1916 bis zu ihrem Verbot Ende August 1916, bedingt durch den Kriegseintritt Rumäniens in den Ersten Weltkrieg, publiziert. Weitere Nummern erschienen danach erst wieder 1923 sowie zwischen 1925-1926. Die längste ununterbrochene Periode ihrer Herausgabe stellt der Zeitraum von 1930 bis 1940 dar. Bei den uns vorliegenden Ausgaben handelt es sich um Nummern der Jahrgänge 1911 und 1912. Der Zustand der meisten Exemplare ist altersbedingt kritisch, Seiten sind lose, an den Heftklammern hat sich Rost gebildet, manche Seiten sind eingerissen. In verschiedenen Ausgaben finden sich handschriftliche Anmerkungen und Unterstreichungen, die darauf schließen lassen, dass die „Facla“ auch von ihren Gegnern aufmerksam gelesen wurde.

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BUNĂ on tour – Veranstaltung zu Stefan Gheorghiu am 13. April in Jena

Am 13. April 2018 findet im Gewerkschaftslokal der Freien ArbeiterInnen Union in Jena die Buchvorstellung “Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens” mit dem Autoren Martin Veith statt. Vorgestellt wird auch das anarchistische Zeitungsprojekt “BUNĂ – Zeitschrift für Emanzipation und Befreiung – nicht nur in Rumänien”. Neben der historischen Vorstellung der syndikalistischen und anarchistischen Bewegung und ihrer Kämpfe zu Zeiten Gheorghius, gibt es auch einen Einblick in aktuelle gesellschaftliche Kämpfe in Rumänien und die heutige anarchistische Bewegung. Danach gibt es Raum für Diskussionen. Das Institut für Syndikalismusforschung und die Zeitschrift BUNĂ sind mit einem Büchertisch vertreten. Wir freuen uns auf euer kommen!

13. April | 18 Uhr | FAU-Gewerkschaftslokal „Milly Witkop“ in der Bachstraße 22, 07743 Jena

Einen Einblick in das Buch “Militant!” gibt die folgende Buchvorstellung: